Neben den klassischen, allseits bekannten Kurmitteln wie Fangopackungen, Massagen und Bädern gibt es zahlreiche weitere Behandlungen, die im Rahmen einer Kur zur Anwendung kommen.
Dies sind unter anderem Elektroanwendungen, Wärme- und Kältebehandlungen, Bestrahlungen, Inhalationen, Krankengymnastik, Ergotherapie, vielfältige Kneippanwendungen, Sole-Sauerstoff-Therapie und Salzgrotte.
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Das Bewegungsbad ist eine Form der Bewegungstherapie und Hydrotherapie. Es hilft besonders bei Alterskrankheiten der Wirbelsäule und Gelenke sowie bei Muskelproblemen. Auch Tumorerkrankungen und schwere Ataxien können davon profitieren. Bewegungsabläufe, die außerhalb des Wassers nicht möglich sind, können hier dank der Reduktion des Körpergewichts um 90% durchgeführt werden. Die optimale Wassertemperatur liegt bei 32 Grad. Höhere Temperaturen sollten vermieden werden, und nach jeder Einheit ist eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten erforderlich. Eine ordentliche Beaufsichtigung ist unerlässlich, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.
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"Medizinische Bäder" umfassen alle Bäder, die zu medizinischen oder therapeutischen Zwecken genutzt werden. Sie werden oft ärztlich verordnet und in Kurorten angeboten. Dazu gehören Bewegungsbäder mit 32 Grad Wassertemperatur, Heilquellenbäder und Wannenbäder. Das Wasser wird mit Essenzen wie Kräutern, ätherischen Ölen, Mineralien, Moor, Sauerstoff, Kohlensäure oder Strom im Stangerbad angereichert.
Kräuterbäder sind besonders bekannt für ihre heilende Wirkung, da der Körper die Wirkstoffe über Haut und Schleimhäute aufnimmt. Sebastian Kneipp lobte die gesundheitsfördernde Wirkung von Kräutern in Bädern. Kräuterextrakte oder ätherische Öle können anregende, entspannende, hautpflegende, durchblutungsfördernde, muskellockernde oder entzündungshemmende Effekte haben. Wichtig sind die richtige Auswahl der Kräuter, die Dosierung, die Temperatur (35 bis 37 Grad Celsius) und die Badedauer (10 bis 20 Minuten) für den optimalen Effekt. Eine anschließende Bettruhe verstärkt die heilende Wirkung.
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Statt des Begriffs "Krankengymnastik" verwendet man heute hauptsächlich den Ausdruck "Physiotherapie".
Die Krankengymnastik oder Physiotherapie wird bei Einschränkungen von Funktions- und Bewegungsabläufen des Körpers eingesetzt, welche infolge von orthopädischen Beschwerden (Erkrankungen der Gelenke/ des Bewegungsapparates), in der Neurologie (z. B. bei Schlaganfallpatienten) und nach Operationen auftreten. Sie umfasst zum einen passive Anwendungen wie Dehnübungen und Massagen, die vom Physiotherapeuten durchgeführt werden. Zum anderen kommen aktive Bewegungsübungen des Patienten unter Anleitung des Physiotherapeuten zum Einsatz, wie Turn-, Atemübungen oder Rückenschule. Ziel der Behandlungen ist die Wiederherstellung oder Förderung der Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers. Dies geschieht insbesondere durch Aktivierung und Erhalt der Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken, Stärkung der Muskulatur und die Koordination von Bewegungsabläufen, um Fehlstellungen und -haltungen zu vermeiden. -
Sportarten im Wasser gelten als besonders gesund und beliebt. Aquafitness wird oft fälschlicherweise mit Wassergymnastik gleichgesetzt, ist jedoch fitnessorientierter und interaktiver. Elemente von Pilates und Aerobic werden zu Musik kombiniert. Aquafitness findet im flachen oder tiefen Wasser statt, oft mit Hilfsmitteln wie Poolnudeln und Schwimmgürteln. Alternativen wie Aquajogging mit Hanteln und Aquaboxing mit Kick-Box-Handschuhen trainieren zusätzlich Beine, Po und Rumpf. Die Übungen im Wasser sind anstrengender und effektiver als an Land, stärken Muskulatur und Herz-Kreislaufsystem, und werden oft im Rahmen einer Kur verordnet.
Wassergymnastik ist besonders für ältere Menschen geeignet, da sie Gelenke, Sehnen und den Bewegungsapparat schont. Sie stärkt Muskeln und Herz-Kreislaufsystem und wird präventiv oder in der Physiotherapie genutzt. Im Lagunen-Erlebnisbad gibt es Aqua-Training, darunter spezielle Programme für Rücken-, Knie- und Hüftgelenke sowie Arthrose. Die Teilnahme am Programm ist kostenlos, es fällt nur der Eintritt an.
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Die klassische Massage ist eines der ältesten Heilmittel und hat ihre Wurzeln in vielen Kulturen, insbesondere in der römisch-griechischen Tradition. Im 19. Jahrhundert wurde sie von Per Henrik Ling und J. Georg Mezger entscheidend geprägt. Der Begriff leitet sich von "kneten", "betasten" sowie "reiben" und "streichen" ab. Ein Masseur erzeugt durch Kneten und Reiben der Muskeln ein entspanntes Wohlgefühl.
Es gibt viele verschiedene Massagearten, aber die klassische Massage zielt vor allem auf die lokale Steigerung der Durchblutung, Senkung von Blutdruck und Puls, Muskelentspannung sowie das Lösen von Verklebungen und Narben. Sie lindert Schmerzen, reduziert Stress, verbessert den Zellstoffwechsel und entspannt Haut und Bindegewebe. Im Wellnessbereich wird sie zur Beeinflussung des vegetativen Nervensystems eingesetzt.
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Packungen werden in der Regel als mit Mineralien, Kräutern oder Cremes getränkte Wickel verabreicht, die den ganzen oder Teile des Körpers einhüllen. Je nach Wirkstoff haben sie entschlackende, entzündungshemmende, kühlende oder wärmende Effekte.
Im Kurwesen sind der Heusack und die Fangopackung besonders bekannt. Der Heusack ist ein befeuchtetes, in heißem Wasserdampf erwärmtes Kissen, das krampflösend und schmerzstillend wirkt, z.B. bei rheumatischen Beschwerden, Ischias, Nieren- und Gallensteinen.
Die Fangopackung ist eine intensive Wärmebehandlung mit Mineralschlamm, der auf 45 bis 50 Grad C erwärmt wird. Die Anwendung dauert 20 bis 30 Minuten, wobei der Patient zusätzlich in eine Decke eingehüllt wird. Fangopackungen fördern die Durchblutung, entspannen die Muskulatur, lindern Schmerzen und bereiten auf nachfolgende Massagen vor. -
In der Elektrotherapie wird Strom in verschiedenen Spannungen zur Schmerzlinderung der Muskeln angewendet. Je nach Grunderkrankung kommen nieder-, mittel- und hochfrequente oder galvanische Ströme am ganzen Körper oder an einzelnen Körperteilen zum Einsatz. Galvanische Ströme verbessern die Gewebedurchblutung, was zur Schmerzlinderung führt. Niederfrequente Ströme regen Muskel- und Nervenfasern zur Kontraktion an, wodurch schwache Muskeln gestärkt werden. Hochfrequenztherapie erwärmt das Gewebe, lockert die Muskulatur und verbessert die Durchblutung. Mittelfrequente Wechselströme lindern ebenfalls Schmerzen und entspannen die Muskeln.
Elektrotherapie wird ausschließlich von Ärzten und ausgebildeten Physiotherapeuten angewendet. Typische Einsatzgebiete sind Muskelverspannungen, Zerrungen, Lähmungen, Inkontinenz, Blasenschwäche und verschiedene Schmerzerkrankungen.
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Wärme- und Kälteanwendungen bereiten auf physiotherapeutische Behandlungen wie Massagen oder Krankengymnastik vor. Wärme weitet die Blutgefäße, entspannt die Muskeln, fördert die Durchblutung und lindert Schmerzen. Sie wirkt auch entspannend auf Körper und Geist durch die Reduktion von Stresshormonen. Wärmequellen sind Heißluft, Fangopackungen, heiße Rollen, Ultraschall, Infrarotbestrahlung und Bäder.
Kälte reduziert die Durchblutung, senkt die Muskelaktivität und lockert Verkrampfungen. Sie lindert Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzen und Entzündungen und kann Fieber senken sowie akute rheumatische Beschwerden behandeln. Kältequellen sind eisgekühlte Wickel und Kompressen, Kaltluft, Kältesprays und Eis-Teilbäder. Die Kneipp-Therapie nutzt kalte Güsse und Wassertreten.
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Bestrahlungen mit Rotlicht bzw. Infrarotstrahlen sind ein Teil der Tiefenwärmebehandlungen. Dabei kommen spezielle Infrarotgeräte oder Wärmekabinen zum Einsatz. Die Tiefenwärme kann der Vorbereitung auf eine Massage, zur Entschlackung, verbesserter Durchblutung, Entspannung und Linderung von Beschwerden dienen.
Vor allem bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte kommt die Bestrahlung mit UV-, also ultraviolettem Licht in Betracht. Dabei wird die Produktion von Vitamin D im Körper angeregt und das Immunsystem gestärkt. Die UV-Strahlung wird dabei wohldosiert eingesetzt, um einen positiven Effekt zu erzielen. -
Inhalationen werden bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt und wirken wohltuend auf die Schleimhäute von Nasen- und Rachenraum sowie das Bronchialsystem.
Dabei werden spezielle Inhaliergeräte benutzt, welche eine Natriumchlorid-Lösung verdampfen, der spezielle Medikamente, ätherische Öle oder Pflanzenauszüge zugefügt werden können. Je nach Krankheitsbild verwendet man Stoffe mit entzündungshemmender, schleimlösender, lindernder oder antibiotischer Wirkweise. Auch Inhalationen mit Salz, welche das natürliche Einatmen von gesunder, salzhaltiger Luft im Meeresklima nachahmen, sind denkbar.
Die feuchte Luft tut gut und durch das Einatmen des Dampfes können selbst chronische Beschwerden gelindert -
Das von Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) entwickelte naturheilkundliche Gesundheitskonzept entspricht dem aktuellen Zeitgeist. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Verfahren, das auf den fünf Säulen Wasser, Bewegung, gesunder Ernährung, den Heilkräften von Pflanzen und Kräutern sowie der Balance von Körper, Geist und Seele basiert.
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Kneippanlagen mit Wassertretbecken finden Sie in fast allen Ortsteilen.