Körbecke/Willingen-Usseln. Die Upländer Bauernmolkerei blickt auf drei Jahrzehnte konsequenter Pionierarbeit in der Milchwirtschaft zurück. Was heute vielfach als Zukunftsmodell gilt – nachhaltige Produktion, Tierwohl und Transparenz – gehört in Willingen bereits seit der Gründung im Jahr 1996 zur gelebten Praxis.
„Wir haben all unseren Mut und unser Geld zusammengenommen“, beschreibt Josef Jacobi, Mitgründer und UBM-Aufsichtsratsvorsitzender die Geburtsstunde der Bauernmolkerei vor 30 Jahren. Damals schlossen sich 18 engagierte Landwirte gemeinsam mit Umweltschützern sowie privaten und geschäftlichen Partnern zusammen, um neue Wege in der Milcherzeugung zu gehen. Ihr Ziel: eine Landwirtschaft, die ökologische Verantwortung, faire Erzeugerpreise und wirtschaftlichen Erfolg miteinander verbindet. Dieses Prinzip prägt die Bauernmolkerei bis heute.
Impulse für die gesamte Branche gesetzt
Schon früh setzte die Molkerei Maßstäbe, die später branchenweit Bedeutung erlangten. So führte sie bereits 2005 als erste Molkerei Milch mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ ein – lange bevor dies zum Standard wurde. Im selben Jahr startete sie mit der „Erzeuger-Fair-Milch“ ein Modell zur Sicherung auskömmlicher Milchpreise für die Landwirte. Ein weiterer Meilenstein folgte im Jahr 2009 mit der vollständigen Umstellung auf Bio-Milch. Heute werden in Usseln jährlich 48 Mio. kg Milch verarbeitet. Etwa 7000 Kühe auf mehr als 105 Biohöfen liefern den Rohstoff für die 18 verschiedenen Milchprodukte.
Auch beim Thema Tierwohl geht die Bauernmolkerei seit jeher einen eigenen Weg. Statt auf maximale Leistung setzt sie auf artgerechte Haltung mit Weidegang, Bewegungsfreiheit und Zeit für die Tiere. Ein spezielles Bewertungssystem macht Tiergerechtigkeit transparent und nachvollziehbar. „Die artgerechte Haltung der Tiere auf der Weide wirkt sich sehr positiv auf deren Gesundheit aus und wenn es den Tieren gut geht, geht es auch den Bäuerinnen und Bauern gut“, erklären Renate Kaupenjohann und Sven Lorenz vom Vorstand der Milcherzeugergemeinschaft. Mit der Umstellung des Sortiments auf Weidemilch im Jahr 2024 setzte die Molkerei erneut ein starkes Zeichen – als erste ihrer Art in Deutschland.
Investitionen in eine nachhaltige Zukunft
Einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft wagte die Bio-Molkerei mit dem Neubau der Produktionsstätte. Die moderne Anlage mit verdoppelter Produktionsfläche setzt konsequent auf den Einsatz erneuerbarer Energien. Bei dem Bau des Kühllagers und weiterer Gebäudeteile kam zudem regionales Holz zum Einsatz. „Unser Ziel ist es, die energieintensive Milchverarbeitung möglichst umweltfreundlich zu gestalten und den ökologischen Fußabdruck deutlich zu reduzieren“, erklärt Geschäftsführer Tobias Kleinsorge.
Über die Milchproduktion hinaus engagiert sich die Bauernmolkerei seit vielen Jahren für den Erhalt kleinbäuerlicher Strukturen sowie für Umwelt- und Naturschutz. Projekte zur Förderung der Artenvielfalt, wie Blühstreifen oder die Pflege extensiver Grünlandflächen, sind fester Bestandteil des Selbstverständnisses. Durch langfristige Partnerschaften trägt das Unternehmen dazu bei, bäuerliche Betriebe zu sichern und damit die Ernährungssouveränität zu erhalten.
30 Jahre Verantwortung und Vertrauen
Nach drei Jahrzehnten steht die Upländer Bauernmolkerei nicht nur für hochwertige Produkte, sondern für eine klare Haltung: Landwirtschaft kann nachhaltig, fair und zukunftsfähig sein. Mit ihrem Engagement hat sie gezeigt, dass Verantwortung und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. „Mit unserer hochmodernen Molkerei, unseren engagierten und kompetenten Mitarbeitern, der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit unseren Handelspartnern und mit neuen Produktkonzepten sind wir für die Zukunft sehr gut aufgestellt.“, sagt Stefan Weiler, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb. Zum 30-jährigen Geburtstag blickt die Molkerei daher nicht nur stolz auf das Erreichte zurück, sondern versteht sich weiterhin als Impulsgeber für eine Branche im Wandel.
Pressefoto: von links Sven Lorenz, Stefan Weiler, Heike Schäfer-Jacobi, Josef Jacobi. Kate und Julius Jacobi, Tobias Kleinsorge, Renate Kaupenjohann

